22 September 2007

Braincast 88 - Grundsätzliches: Hemisphären

Unser Großhirn besteht aus zwei Hälften, die unterschiedliche Aufgabengebiete betreuen. Optimismus und Depression gehören dazu, aber auch Sprache und Musik. Hier sprechen wir über Aufbau und Aufgaben, Verbindendes, Trennendes und einmal mehr über das Bewusstsein.

Weiter berichtet Steve Ayan von Gehirn&Geist über das Titelthema der aktuellen Ausgabe: Zeit und Gehirn.

Der perfekte Link zu dieser Episode: Michael Gazzaniga und die Split brain behavioral experiments.

Alienation eröffnen mit Beggars And Kings in der Chillout-Version. Das Ping Pong zwischen rechtem und linkem Kanal ist nur ein weiterer Zufall, wie die Nummer der Episode und der Link. Sehr schön auch als Stück für drunter ist serenity von 1 – wenn das nicht wieder mal ein Code ist. Aber dann werden mich meine jugendlichen Hörer auf den Stand bringen :) Das nächste Stück hat es über den Titel geschafft: Streams of Consciousness von 5 is even – hört sich nach einem sehr flexiblen Bewusstsein an. Wir enden mit mehr beat und It was a Nightmare von Alan Shikoh.




MP3 File

Kommentare:

Leo hat gesagt…

Wundervoll.
Ich liebe ihren podcast. Speziell die Splitbrain Patientenreihe hat mich schon immer interessiert und das Beispiel in diesem Braincast ( Plötzlicher cola-durst) hat mich wieder geschockt.
Bitte niemals aufhören, auch wenn keiner comments hinterlässt.

Sterne hat gesagt…

Hallo :)

Erst einmal zum Thema Zeit ein Lesetipp:
"Zeit" von Stefan Klein (der auch "Zufall" und "Die Glücksformel" schrieb). In dem Buch wird genau das aufgegriffen, was Steve Ayan aufgreift: Warum sich manchmal Minuten wie jahre anfühlen und manchmal Monate so schnell wie wenige Tage vergehen.
Gut verständlich geschrieben, so zum Weglesen.

Ein Beispiel eines Menschen ohne corpus callosum: Kim Peek.
Kim Peek ist die Vorlage des Rainman. Die Figur Rainman ist ein Mix aus Kim Peek in erster Linie "verziert" mit Eigenheiten von Temple Grandin ("Ich sehe die Welt wie ein frohes Tier"). Oft wird ja gesagt, er sei autistisch, ist er aber nicht, er hat "nur" autistische Eigenheiten, die er sich zunehmend abgewöhnt, oder sagen wir es anders: Er lernt zunehmend an sozialen Fähigkeiten im Rahmen seiner öffentlichen Auftritte hinzu.
Was ich eigentlich schreiben wollte: Er liest zwei Seiten gleichzeitig. Die linke Seite mit dem einen Augen, die rechte mit dem anderen. Und dies alles fotografisch genau, denn er hat ein fotografische Gedächtnis undkann über 7.000 Bücher auswendig (hat aber Schwierigkeiten sich alleine ohne Hilfe anzukleiden - nur als Beispiel).

War es nicht Uta Frith, die die These aufstellte, Autismus läge eine Unterfunktion der rechten Hemisphäre zugrunde, woraus die Triade an Beeinträchtigungen (1. schwere Kontaktstörung, 2. Beeinträchtigung der verbalen und nonverbalen Kommunikation, 3. ritualisiertes Verhalten und beeinträchtigte Phantasie), die den Autismus ausmacht, resultiert? ("Autsimus - Ein kognitionspsychologisches Puzzle")

Zumindest in "Das Gesicht im Spiegel - Auf der Suche nach dem Ursprung des Bewusstseins" von Julian Paul Keenan wird ebendies auch wieder aufgegriffen. Es streift den Autismus bzw. vielmehr das Asperger Syndrom nur, beschäftigt sich ansonsten aber mit dem (Ich)Bewusstsein, dem Sitz und der Entwicklung des Bewusstseins.

Einen schönen Abend

Sterne